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›› unser Pressespiegel als pdf-Datei
›› Radiobeitrag über das Projekt als MP3
›› eine von vielen Zuschauerreaktionen per Mail
›› Fotos von Benjamin Krieg
›› zusätzlich sendeten das ZDF Morgenmagazin, das ARD Nachtmagazin und die
Deutsche Welle Auslandsfernsehen Reportagen über Bohème der Republik.
Tagestipp für Bohème der Republik, 08/05, zitty
"... Janka Voigt hat eine wunderbar konzise Textfassung erstellt und Rainer Killius diese für Klavier, Cello und Flöte eingerichtet. Ein junges Ensemble singt und spielt sich die Seele aus dem Leib. Etwas Spannenderes als diese Bohème findet man zur Zeit schwerlich in Berlin."
Bohème der Republik, Tagestipp 08/05 tip
"So locker und leicht, wie das süße Wort "Bohème" suggeriert, haben es Künstlerkreise abseits etablierter Häuser eher selten. Stattdessen herrscht der Slogan: Kunst kommt von Krise was durchaus positive Wirkung haben kann, wie Solvejg Frankes und Janka Voigts Projekt Bohème der Republik beweist. Denn frei nach Puccinis Oper "La Bohème" wird darin leger und gewitzt das Leben am Rand der Pleite zum Thema gemacht: in einem lauschigen Club mit Ostcharme, der sich in der Pappelallee befindet. Theater im Klub: Regisseurin Solvejg Franke hat mit dieser Kombination einen Nerv getroffen."
Große Oper im Klub, 27.04.05, Tagestipp in der Berliner Zeitung
"... mit großartigen Sängern - die Club-Inszenierung war ein so überwältigender Erfolg, dass Zusatztermine eingerichtet wurden ..."
Bohème der Republik - Off-Oper im Klub der Republik, Jörg Königsdorf, 07/05 tip
"... Im hippen Retro-Ambiente des Klubs der Republik ergeben sich die Kontaktanbahnungen wie von selbst: Rodolfo und Mimí kuscheln in der Sofaecke, während die Freunde für den Barbetrieb sorgen und anschließend die leeren Bierkästen abräumen. Die großen Chorszenen sind natürlich gestrichen, die Begleitung auf Klavier, Flöte und Cello eingedampft (was der Musik überhaupt nicht schadet), hin und wieder reißt auch lockerer Smalltalk Puccinis dicht gewebtes Melodiennetz auf. Franke lässt ihre Darsteller auch dann nicht aus den Augen, wenn sie gerade nichts zu singen haben, deutet mit präziser Beiläufigkeit an, dass hinter der Bohème-Fassade einige Spannungen verborgen sind. ... - mit dem auch darstellerisch überzeugenden Bariton Gabriel Urrutia Benet an der Spitze."
Bohemiens in Berlin - Puccini im Prenzlberg, Lucas Wiegelmann, 19.3., Berliner Morgenpost
"... Die Schauplätze von „La Bohéme“ sind nicht Palais und Ballsaal, sondern Dachmansarde und Künstlercafé. Anlaß genug für Regisseurin Solvejg Franke, die Handlung ins zeitgenössische Berliner Studentenmilieu zu verfrachten - und zwar buchstäblich: der Szeneclub ist Bühne und Zuschauerraum zugleich, Barhocker und Tische sind die einzige Kulisse; Darsteller und Bar-Personal sind nicht voneinander getrennt. Eine Atmosphäre, die verblüffend zum Stoff paßt und deren Authentizität kein Bühnenbildner hätte heraufbeschwören können. An der Wand neben der Club-Bar sitzt das „Orchester“: Cello, Flöte und Klavier. Zum Saal, der keiner ist, paßt dieser kleine Klangkörper, der den Charakter des Provisoriums, des Behelfsmäßigen noch verstärkt - und dadurch heutiges Bohème-Milieu raffiniert Wirklichkeit werden läßt. Das Stück wird absolut ernst genommen und nur geringfügig geändert bzw. gekürzt. Immer wieder gelingt es den Sängern, geradezu beklemmend Spannung aufzubauen. Das gilt vor allem für die Paarszenen. Fabian Martino als Rodolfo versteht es, Belcanto-Klangfülle in den intimsten Momenten zu vertauschen mit einem gehauchten Pianissimo. Ebenso bewegend Andrea Chudaks Mimì, die auch in hoher Lage nur selten ihre strahlende Leichtigkeit verliert. ... Braucht also Berlin noch eine Bohème? So eine schon."
Die Bohème trinkt Bier von Udo Badelt, 19.3., Tagesspiegel
"Hätte Puccini seine Oper „La Bohème“ heute geschrieben, wo würde sie spielen? Für die freie Produzentin Janka Voigt sowie die Regisseurin Solvejg Franke liegt die Antwort auf der Hand: in einem Szeneklub in Prenzlauer Berg. ... Ohne einen Orchestergraben überwinden zu müssen, branden die Schicksale ans Besucherohr und scheinen die Wände des Clubs sprengen zu wollen, so dass man auch flüchtige Toilettenbesucher plötzlich für Figuren im tragischen Spiel hält. Die Parallelen zwischen Stück und Wirklichkeit sind augenfällig. Voigt trägt sämtliche finanziellen Risiken selbst, und die Sänger, die meisten unter 30, können von dem Honorar nicht leben. Nach diesem Abend wünscht man ihnen eine Karriere an den großen Häusern. Auch Prenzlauer Berg hat jetzt eine Oper."
Nackt bis auf die Flöte von Wolfgang Fuhrmann, 18.3. Berliner Zeitung
"... An diesem ersten Frühlingsabend des Jahres wurden die Fenster im Klub der Republik von Zeit zu Zeit gekippt. Laue Lüfte drangen herein, aber auch die Geräusche der Straße. ... Als Mimi und Rodolfo sich drinnen trennten, lachten welche draußen auf der Straße, und das erhöhte den Effekt sogar; das Leben, dieses Vieh, geht eben kaltschnäuzig weiter, während eigentlich gerade alles zusammenbricht. Und als Mimi ihren Tuberkulose-Tod starb, während Marcello noch unterwegs war, um den Arzt zu holen, da hörte man von draußen die Krankenwagen-Sirenen. Eine stimmigere Straßen-Partitur hätte man gar nicht schreiben können. ... Die „Bohème der Republik“, die am Mittwoch im Klub der Republik in der Pappelallee Premiere hatte, war programmatisch durchlässig zum Draußen, zur Welt hin. Das war ihr Konzept:
Giacomo Puccinis Oper „La Bohème“ (1896) schildert ... eine Kultur von jungen Habenichtsen, die in ihrer materiellen Improvisationskunst, sexuellen Libertinage und unbekümmerten Kreativität dem Personal, das sich heute im Prenzlberg, in Friedrichshain und Kreuzberg so durchschlägt, durchaus wesensverwandt ist. ... Im Klub ist die Trennung zwischen Publikum und Darstellern räumlich aufgehoben; ... die Bar, an der man sich sein Bier holt, ist dieselbe, die von Schaunard und Marcello geführt wird. Zwischen den Akten wird ein bisschen auf dem Klavier improvisiert oder der DJ legt auf.
Es ist also nicht allein die blanke Raumnot, die die Regisseurin Solvejg Franke und die Dramaturgin/ Produzentin Janka Voigt dazu verleiteten, Puccinis Partitur durch den musikalischen Leiter und Pianisten der Aufführung, Rainer Killius, auf gerade drei Instrumente, Flöte, Klavier und Cello, reduzieren zu lassen. In dieser musikalischen Mängelwirtschaft wird auch der orchestrale Körper abgeschabt und durchgewetzt bis auf die blanken motivischen Knochen. Das bekommt ... dem burlesken Konversationston, der hier von den Musikern tüchtig vorangetrieben wird. Auch die kluge und zudem textdeutlich gesungene Übersetzung des Librettos macht Effekt. ..."
La Bohème inmitten von Bohèmiens von Matthias Busse, 19.3., Neues Deutschland "Die in der Hauptstadt schwelende Diskussion um den Erhalt aller Opernhäuser entschieden junge Künstler einmal mehr fürs Musiktheater. Weil diese staatlichen Bühnen aber nicht ausreichend Platz für den Nachwuchs haben, eroberte die Produzentin Janka Voigt dem Belcanto fremdes Terrain, den »Klub der Republik« in Prenzlauer Berg. Dort inszenierte nun Solvejg Franke »La Bohème« als »Bohème der Republik«. Giacomo Puccini quasi am Originalschauplatz. Vier vor mehr als 100 Jahren lebende arme italienische Künstler finden sich in der Jetztzeit wieder. ... Rainer Killius (Klavier) und Georg Boge (Cello) setzen die schon von Puccini sparsam angelegte Orchestrierung zu zweit gut um und werden dabei gelegentlich von der Flötistin Masako Turan unterstützt. ..."
Die Bohème von Berlin, Tagestipp vom 16.03.05, Tagesspiegel
"Künstler ohne Auftrag in schlecht geheizten Wohnungen die Geschichte von „La Bohème“ klingt heute, in Zeiten von Hartz IV und Arbeitslosengeld II, wieder überaus aktuell. Die Regisseurin Solvejg Franke hat Puccinis Oper als Kammerversion in einen Szeneklub nach Prenzlauer Berg verlegt also dorthin, wo sich die freien Künstler heute treffen. Dass die Sänger von den Honoraren kaum leben können, passt da ins Bild."
Berliner Bohème von Birgit Walter, 14.03.05, Berliner Zeitung
"... Was man derzeit bei den Proben erleben kann, ist vielmehr ein musikalisches Beben. Hier sind erstklassig geschulte Opernsänger mit einer solchen Kraft und Leidenschaft bei der Arbeit, dass man als Zuhörer jeder Stimme körperlich nachspürt, mit solcher Wucht breitet sie sich aus, so unerwartet trifft sie ins Innerste, um dort nachzuschwingen. Die Stimmen nehmen sich weit mehr Platz, als der Ort ihnen zu bieten hat. Es ist diese nächste Nähe, die so berührt - Andrea Chudak mit ihrem dunklen kräftigen Sopran, die die Mimi singt, kniet nur drei Schritte vom Zuhörer entfernt auf dem Sofa, wo sie gerade schmachtend von Fabian Martino (Rodolfo) angebetet wird. 'Die Stimmen sind unglaublich - oder?', sagt die Regisseurin. 'So etwas hört man doch oft nicht mal an der Staatsoper. Nie hätte ich gedacht, dass ich solche Sänger kriege.' ...
Der Klub ist Kult. Die Künstler lieben ihn. Sie werden hier eine "Bohème" hinlegen, dass die Wände schaukeln und die Massen strömen und die Produzentin in Schwierigkeiten gerät mit ihrer Ankündigung: "Ich weise keinen ab, und wenn ich Stehkarten verkaufe." ...
Janka Voigt könnte zufrieden sein, doch sie steht auch persönlich gerade für jeden Cent, der am Ende fehlt. Und die 28-Jährige hat nichts mehr zuzusetzen. Dafür war der Schnitt, den die Betriebswirtschaftlerin vor vier Jahren getan hat, zu radikal. Damals gab sie einen hoch bezahlten Job als Unternehmensberaterin in der IT-Branche auf, um noch einmal etwas anderes zu machen als Karriere, um Zeit für Oper und Theater zu haben und Philosophie zu studieren. Sie hat ein sicheres bequemes Leben eingetauscht gegen einen Kulturstress-Job und eine billige Ofenheizungswohnung mit Außenklo. Aber sie ist auch clever. Das ist die Arbeit, die ich wollte, sagt sie. Sie will die Szene mit Oper konfrontieren, ohne pädagogischen Ansatz natürlich. Aber vielleicht probiert der eine oder andere Klubgänger dann doch einmal die große Oper. Die wird es schwer haben gegen diese Bohème."
Umjubelte Premiere einer ausgefallenen Oper von Katja Mollenhauer, 07/05, Straßenfeger
„... Das Publikum war nach zweieinhalb Stunden hellauf begeistert. Minutenlanger Applaus und Jubelrufe ließen die Gesichter der Produzentin und ihres Teams erstrahlen. ... Die unmittelbare Nähe zu den Protagonisten machte die Oper für den Zuschauer erlebbarer, fühlbarer. Man spürt die von den Sängern ausgedrückte Emotionalität intensiver. Die groß-artigen Stimmen ließen öfter als im Opernhaus die Gänsehaus sprießen. ... Gemütliche Sessel mit hohem Fläzfaktor und viele komödiantische Einlagen. Die Komik entsteht vor allem durch die ungewöhnliche Umgebung und die textliche Anpassung des Stücks an das hier und heute. Diese ausgefallene Opernproduktion hat aber nicht nur junge Szeneleute mit einer angestaubten Kunstform konfrontiert, sondern auch ein älteres Publikum in eine Lokalität gelockt, die sie sonst nie betreten hätten. ... Einzigartiges Opernprojekt! ...“
Berliner Bohème von Peter Laudenbach, Tip 04/05 "Kunst kommt von Krise, jedenfalls ab und zu. Weil Künstler im Off die harten Zeiten heftiger zu spüren bekommen, macht eine Gruppe von Schauspielern und Musikern um die Regisseurin Solvejg Franke das Leben am Rand der Pleite zum Thema einer Inszenierung - nicht larmoyant und selbstmitleidig, sondern mit Witz und einem Orchester. Frei nach Puccinis Oper "La Bohème" wird die eigene Lage ins Visier genommen und auf die Bühne gebracht. Von den romantisch-verlogenen Sentimentalisierungen der Armut, in die diese Oper leicht kippt, ist das Projekt schon deshalb weit entfernt, weil den Beteiligten die Lage der Opernfiguren ziemlich bekannt vorkommt. "Wie der Dichter Rodolfo Artikel für Frauenzeitschriften produziert, der Maler Marcelo sich als Kneipendekorateur verdingt, der Musiker Schaunard sadistischen Adligen zweifelhaften Unterricht gibt und der Philosoph Colline seine Bücher verkauft, so sind auch viele der heutigen Künstler gezwungen, ihre Brötchen anderweitig zu verdienen", seufzt Janka Voigt, die Produzentin und Dramaturgin der Off-Inszenierung Bohème der Republik. Und Voigt gibt, falls man ihr nicht glaubt, gleich noch einen Einblick in die Produktionsbedingungen: "Konzeptionsgespräche können immer erst ab 12 Uhr beginnen, weil man sich vorher in der unsanierten Wohnung mit Ofenheizung die Finger beim Schreiben abfriert." Selbstausbeutung ist gar kein Ausdruck dafür, wie die Operninszenierung ohne Subventionen entsteht. Voigt: "Wir haben ausgezeichnete Sänger gefunden, die auch die Konzeption begeistert mittragen und in Kauf nehmen, dass sie zwei Monate lang allenfalls Aufwandsentschädigung erhalten." Klingt nach Ausbeutung. Ist es aber nicht. Nur wenn die zwölf Aufführungen im März komplett ausverkauft sind, trägt sich die Produktion ohne Verluste. Trotz Mini-Etats und winziger Gagen. Trotz Konzeptionsgesprächen in der Kälte. Trotz professionellen Musikern, Sängern, Schauspielern, die alle nicht von den Gagen leben können, die sie in dieser Produktion verdienen. Harte Zeiten. Und Berliner Off-Theater-Realität. Premiere der "Bohème der Republik" ist, wenn alles gut geht, im März - nicht in einem Theater, sondern in einem Szeneclub in der Pappelallee. Wer weiß, vielleicht entsteht ja so das neue Musiktheater, trotz Krise."
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